Rohstoffsicherungskonzept

Schwerpunktgebiet für Abbau oberflächennaher mineralischer Rohstoffe innerhalb der Region Bodensee-Oberschwaben ist der Landkreis Sigmaringen. Während sich allerdings der Abbau bislang vorwiegend auf Kiese und Sande der Würm- und Risseiszeit konzentriert hat, treten insbesondere die hochreinen Kalke zunehmend in den Fokus interessierter Rohstoffgewinnungsbetriebe.

 

Zur Kalksteingewinnung sind im Teilregionalplan „Oberflächennahe Rohstoffe“ (2003) drei Standorte für die Gewinnung von Massenkalken im Landkreis Sigmaringen dargestellt, von denen einer zwischenzeitlich stillgelegt ist und in einem weiteren Steinbruch nur gelegentlicher Abbau betrieben wird. Für den dritten Standort ist im Teilregionalplan ein „Schutzbedürftiger Bereich für die Gewinnung oberflächennaher Rohstoffe“ ausgewiesen, in dem zwischenzeitlich Kalkstein gewonnen wird.

 

Darüber hinaus enthält der Teilregionalplan einen „Bereich zur Sicherung von Rohstoffvorkommen“, in dem hochreine Kalke nachgewiesen sind. „Bereiche zur Sicherung von Rohstoffvorkommen“ sind als zu beachtende Ziele der Raumordnung von Nutzungen freizuhalten, die einem späteren Rohstoffabbau entgegenstehen. Über diese Flächen ist jedoch noch keine raumordnerische Letztentscheidung getroffen worden.

 

In der Karte „Mineralische Rohstoffe“ im Maßstab 1:50.000 (KMR 50) des Landesamtes für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden Württemberg (LGRB) Blatt 7920 – Sigmaringen (2005) sind die in der Region Bodensee-Oberschwaben bekannten Kalksteinvorkommen dargestellt. Die Karte ist veröffentlicht und kann über das LGRB bezogen werden.

Aktuell gibt es zwei Standorte für die Abbauinteressen bekundet wurden. Diese Standorte wurden hinsichtlich ihrer rohstoffgeologischen Eignung, den grundsätzlichen Möglichkeiten der verkehrlichen Erschließung sowie der zu erwartenden Umweltauswirkungen untersucht. Da die Standorte ein gewisses Konfliktpotenzial aufweisen wurden auf der Grundlage der Karte der Mineralischen Rohstoffe und unter Berücksichtigung der Grundzüge zur regionalen Freiraumstruktur im Rahmen einer Alternativenprüfung fünf Standorte abgegrenzt, die aufgrund ihres Lagerstättenpotenzials für die Gewinnung hochreiner Kalke grundsätzlich geeignet erscheinen, zudem aber auch ein geringes Konfliktpotenzial mit anderen konkurrierenden Raumnutzungen erwarten lassen. Hierbei handelt es sich um eine raumordnerische Ersteinschätzung, die im laufenden Verfahren zur Fortschreibung des Regionalplans noch weiter vertieft wird. Landschaftlich und naturschutzfachlich hoch sensible Bereiche wurden von vorneherein ausgeschlossen.

 

Ohne zum jetzigen Zeitpunkt eine abschließende Bewertung vornehmen zu wollen, erlauben die bisherigen Untersuchungen den Schluss, dass im Vergleich mit den benannten Interessengebieten auch innerhalb der Region Bodensee-Oberschwaben Standortalternativen grundsätzlich vorhanden sind. Diese besitzen voraussichtlich vergleichbare rohstoffgeologische Qualitäten, weisen aber zudem in den meisten Fällen ein deutlich geringeres Konfliktpotenzial auf.

 

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