Region Bodensee-Oberschwaben als Modellregion für Agrophotovoltaik

Neben der weiteren Inanspruchnahme von landwirtschaftlich genutzten Flächen für Siedlungs- und Ausgleichszwecke hat die in Deutschland beschlossene Energiewende und der damit erzeugte zusätzliche Flächendruck (z.B. durch Photovoltaik-Freiflächenanlagen, extensiven Maisanbau, etc.) nochmals zu einer deutlich eingeschränkten Verfügbarkeit landwirtschaftlich nutzbarer Böden zur Lebensmittelproduktion geführt. Die weiter steigende Flächennachfrage droht, in neue Dimensionen der Flächenkonkurrenz mit ökonomischen, ökologischen, politischen und gesellschaftlichen Konfliktkonstellationen zu geraten. Ein möglicher Lösungsansatz könnte dabei eine innovative ressourceneffiziente Doppelnutzung der landwirtschaftlichen Flächen sein. Eine spezielle Systemtechnologie, die sog. Agrophotovoltaik (APV), soll dabei durch die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen unter Photovoltaik-Freiflächenanlagen die Erträge aus Photovoltaik und Photosynthese optimieren.

 

Vor diesem Hintergrund beabsichtigt das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme zusammen mit anderen Partnern (Universität Hohenheim, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), BayWa u.a.) ein Forschungsvorhaben zur Kombination von Photovoltaik und landwirtschaftlicher Produktion durchzuführen. Dabei sollen Versuchsfelder mit Photovoltaikanlagen in ca. 5-6 Metern Höhe überspannt werden. Als Standort für das Forschungsprojekt wurde die Region Bodensee-Oberschwaben ausgewählt. Konkret geht es zunächst darum, auf einem Versuchsfeld auf dem Hofgut Heggelbach in der Gemeinde Herdwangen-Schönach die Kombinationsmöglichkeiten von Photovoltaikanlagen mit Getreide-, Kartoffel- oder Feldgemüseproduktion zu erforschen. In einem weiteren Schritt soll es dann um die Vereinbarkeit von Obstbau bzw. Hopfen und Photovoltaik gehen.

 

Die Region Bodensee-Oberschwaben ist aus mehreren Gründen für ein solches Forschungsvorhaben prädestiniert. Erstens verfügt sie im Süden Deutschlands über eine beträchtliche Sonneneinstrahlung und zweitens gibt es im Bereich der Obstproduktion und des Hopfenanbaus bereits in erheblichem Umfang Erfahrungen mit technischen Anlagen (z.B. Hagelnetze, Hopfengärten) in der Landwirtschaft.

 

Vor dem Hintergrund der Ausbaupotenziale im Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) und der zu erwartenden Netzparitäten in wenigen Jahren sollten die Möglichkeiten aber auch die Grenzen von APV, z.B. hinsichtlich Fragen der Beeinträchtigung des Landschaftsbildes gerade in unserem Raum, untersucht und bewertet werden.

 

Es sollen damit auch wichtige Fragen zur optimalen Integration der erneuerbaren Energien in die Regionalplanung beantwortet werden.

 

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie in der Präsentation von Herr Stephan Schindele, Projektverantwortlicher vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg unter Downloads am Ende dieser Seite.

 

 

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